Zarter Glanz und goldene Fülle

Die Regensburger Kantorei führt in der Adventszeit zwei bedeutende kirchenmusikalische Werke der Romantik auf. Am Samstag, den 12. Dezember 2026 erklingen um 17 Uhr in der Regensburger Dreieinigkeitskirche die Vertonung des 42. Psalms „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“ von Felix Mendelssohn Bartholdy und die Messe in As-Dur von Franz Schubert. Der Psalm ist ein Werk für Solosopran, Chor und Orchester, die Messe für vier Gesangssolisten, die gleichsam einen kleinen Solochor darstellen, und großen vierstimmigen Chor mit Orchester.

„Wer die As-Dur-Messe nicht kennt, kennt die voll Bedeutung Schuberts überhaupt nicht.“ So urteilte Hermann Kretzschmar in seinem Buch „Führer durch den Konzertsaal“ und die Entstehungsgeschichte des Werkes selbst zeigt, dass der Komponist nach Hohem strebte, der Verbindung von künstlerischem Anspruch und liturgischer Funktionalität. Schubert schrieb ohne einen Kompositionsauftrag und nahm sich ungewöhnlich viel Zeit für das Werk, von 1819 bis 1822. Nach der Vollendung schrieb er: „Meine Messe ist geendiget, und wird nächstens produciert werden; ich habe noch die alte Idee, sie dem Kaiser oder der Kaiserin zu weihen, da ich sie für gelungen halte.“ Weder aus der „Production“ noch aus der Widmung ist etwas geworden, vielmehr unterzog Schubert die Messe drei Jahre später nochmal einer gründlichen Revision.

Kaiser und Kaiserin gehören mittlerweile der Vergangenheit an, die liturgische Funktionalität der Messe hat sich als trügerisch herausgestellt. Zu schwer und zu lang für eine Verwendung im Gottesdienst ist das Werk. Die As-Dur-Messe aber verzaubert mit ihrem zartem Glanz und ihrer goldenen Fülle bis heute.

Zuversicht in der Not und Vertrauen auf göttlichen Beistand ist das Thema des 42. Psalms, den Felix Mendelssohn Bartholdy 1838 als große Kantate vertonte. Das schöne poetische Bild des Hirsches, der dürstet nach frischem Wasser, und der Seele, die nach Gott verlangt, bestimmt den lyrischen Eingangssatz. Das mottohafte und prägnante musikalische Motiv „Harre auf Gott“ bestimmt dagegen den hymnische Schluss mit seiner prächtigen Fuge.

Die Solisten sind Schirin Hudajbergenova, Dorothée Rabsch, Mario Friedrich Eckmüller und Alexander Aigner. Die Regensburger Kantorei wird begleitet vom Kammerorchester Regensburg unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Roman Emilius.

Karten gibt es hier:

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