Ich bin's, ich sollte büßen - Bachs Matthäuspassion

Am Karfreitag, 3. April, erklingt in der Dreieinigkeitskirche die große Passion nach dem Evangelisten Matthäus von Johann Sebastian Bach.

In seinem biblischen Passionsbericht lässt der Evangelist Matthäus keine Effekte aus: Verrat, Bestechung, Selbstmord, Sonnenfinsternis und Erdbeben. Dazu das gehässige Volk, das vehement und lautstark die Kreuzigung eines angeblichen Gotteslästerers fordert. In jedem Menschen steckt das Böse, es kommt zum Vorschein, wenn es richtig gelenkt und eingesetzt wird. Propaganda und Verführung sind die Mittel. Der schwache römische Statthalter Pilatus hat dagegen keine Lust auf einen Prozess. Demonstrativ wäscht er öffentlich seine Hände in Unschuld und wird damit zum Sinnbild derjenigen, die mit allem nichts zu tun haben wollen.

Aber das ist nur die erzählte Geschichte. In Bachs Matthäuspassion sprechen auch die Texte des Dichters Picander und die wohl vom Komponisten und Kirchenmusiker Bach hinzugefügten Choräle. Sie stellen die alte Geschichte des Matthäus in das Licht der zeitgenössischen christlichen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts. Und diese bezieht mutig Stellung: „Ich bin’s, ich sollte büßen“ antwortet sie auf den Verrat des Judas. Schuldig ist nicht allein der Jünger, der käuflich seinen Meister verrät, es sind alle, die diese Geschichte hören. Mutig Stellung beziehen, auch für Geschehnisse der Vergangenheit die Verantwortung tragen, damit Hass und Ungerechtigkeit sich nicht andauernd wiederholen. Bach und sein Textdichter Picander stellen darüberhinaus dem Hass die Liebe gegenüber: "Aus Liebe will mein Heiland sterben". Auch das ist eine Botschaft der Matthäuspassion.

Die Regensburger Kantorei führt dieses große Passionsoratorium am Karfreitag um 17 Uhr in der Dreieinigkeitskirche auf. Sechs Solisten und das Orchester La Banda musizieren unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Roman Emilius.

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