Votivgabe – Versöhnungsmusik – Meisterstück?

Plakat c-Moll
Bildrechte: Roman Emilius

Mozarts grandiose C-Moll-Messe gibt Rätsel auf

„Als wir zusamm verbunden wurden fieng so wohl meine frau als ich an zu weinen; – davon wurden alle, sogar der Priester, gerührt. – und alle weinten, da sie zeuge unserer gerührten herzen waren“.

So berichtete Wolfgang Amadeus Mozart seinem Vater Leopold nach Salzburg über seine Trauung mit Constanze Weber am 4. August 1782 im Wiener Stephansdom. Bald danach entstand seine Messe in C-Moll. Sie ist ein riesiges Werk mit virtuosen Sopran-Arien und beeindruckenden Chören bis zu acht Stimmen – eine Komposition, die von vielen Musikkennern neben Johann Sebastian Bachs H-Moll-Messe gestellt wird. Doch ein Schleier verhüllt Mozarts Messe: Warum genau machte er sich an die langwierige Kompositionsarbeit ohne Auftrag? War es ein religiöser Drang? Wollte er dem Vater beweisen, dass er sich auch als selbständiger Musiker in Wien mit großen Werken präsentieren kann? Wollte er seine Kunst Bach und Händel an die Seite stellen? Warum vollendete er die Komposition nicht? Wurden die fertigen Teile der Messe wirklich nur einmal in Salzburg aufgeführt?

Die vielen Facetten dieser Messe reizen Ausführende wie Zuhörer zum Studieren, genau Zuhören oder einfach staunend Genießen. Eine Gelegenheit, die nicht oft aufgeführte Messe kennenzulernen oder wiederzuhören gibt es im Konzert des Raseliuschors am 17. November 2019 im Vielberth-Saal an der Regensburger Universität.