Orgelmusik in der Stunde der Kirchenmusik

Roman Emilius
Bildrechte: Roman Emilius

Kirchenmusikdirektor Roman Emilius spielt bei der „Stunde der Kirchenmusik“ am Freitag, den 1. März um 19 Uhr in der Neupfarrkirche, heitere Musik für Orgel.

Orgelmusik ist eine ernste Angelegenheit. Zumindest in Deutschland gilt häufig ein sehr hoher Anspruch an die Musik für das Instrument, das mit seinem endlosen Atem als Ausdruck des Göttlichen verstanden wird. Daher das Naserümpfen vor der Orgelmusik Italiens oder Frankreichs. Dort konnte es nämlich schon einmal vorkommen, dass eine Messe mit einer für die Orgel adaptierten Opern- oder Operettenouvertüre beendet wurde.

An der Jann-Utz-Orgel spielt Roman Emilius „In dir ist Freude“ von Johann Sebastian Bach, ein Orgelchoral über eine Liedmelodie, die zunächst für den venezianischen Karneval geschrieben wurde. Domenico Scarlatti schließt sich mit vier Sonaten an. Bachs neapolitanischer Zeitgenosse schreibt hier virtuose und bizarre Stücke für eine portugiesische Prinzessin. Giacomo Puccini stammt aus einer Familie von Organisten und schrieb in seiner Jugend Orgelmusik, wohl für unterhaltsame italienische Gottesdienste. Ein Beispiel gefällig? Ironisch und frech sind die Orgelstücke „Rrrrrrr…“ von Mauricio Kagel, darunter die erkälteten Nachtigallen. Um diese Jahreszeit ja nicht ungewöhnlich, werden sie wohl bis zum Sommer wieder. Nach Paris geht es mit dem mondänen Bolero von Lefébure-Wely. Damit wurden um 1850 französische Kirchenbesucher begeistert. Den Abschluss bildet dann tatsächlich eine Operettenouvertüre: „Dichter und Bauer“ von Franz von Suppé. „Heitere Orgelmusik“ also auf hohem Niveau. Kein Grund, die Nase zu rümpfen.

Der Eintritt ist frei.